Was ist ein kostenloses Depot und wann erhält man dieses?
Möchte man als Anleger Wertpapiere erwerben, so benötigt man dazu ein Wertpapierdepot, auch kurz als Depot bezeichnet. Immer häufiger ist es in der Praxis der Fall, dass Banken ein kostenloses Depot anbieten können. Kostenlos bezieht sich auf eine ansonsten berechnete feste jährliche Depotgebühr, die in diesem Fall vom Anbieter nicht veranschlagt wird. Meistens ist ein kostenloses Depot allerdings mit einer Bedingung verknüpft, sodass nicht jeder Depotinhaber von diesem Kostenvorteil profitieren kann. Eine häufige Bedingung sieht so aus, dass der Depotinhaber eine bestimmte Mindestanzahl von Wertpapierkauf- oder Verkaufsaufträgen (Trades bzw. Orders) in einem festgelegten Zeitraum ausführen lassen muss. So bieten einige Banken und Broker ein kostenloses Depot an, falls der Anleger beispielsweise mindestens fünf Trades im Quartal ausführt. Eine andere Bedingung stellt ein Mindestwert dar, der auf dem Depot in Form von Wertpapieren nicht unterschritten werden darf, falls man ein kostenloses Depot haben möchte. Nur in wenigen Fällen entfällt die Depotgebühr für alle Depotinhaber, ohne das eine der genannten Bedingungen zu erfüllen wäre. Angeboten werden die kostenlosen Depots vor allem von den Brokern, und hier insbesondere von den Discount-Brokern, während man bei vielen Filialbanken noch eine jährlich fixe oder vom Bestand abhängige Depotgebühr zahlen muss.
Worauf sollte man beim Vergleich im Bereich kostenloses Depot achten?
Ein kostenloses Depot beinhaltet mitunter noch so genannte versteckte Kosten. Diese können entstehen, wenn man die Bedingungen nicht erfüllt hat, die mit der Kostenfreiheit verbunden sind. Werden also zum Beispiel für ein kostenloses Depot mindestens zwei Trades im Monat gefordert, man kann diese Mindestanzahl jedoch nicht immer erfüllen, werden für die Depotführung Gebühren berechnet. Auch berechnen die Anbieter trotz eines eigentlich kostenlosen Depots manchmal Gebühren für bestimmte Leistungen rund um das Depot, wie zum Beispiel für die Änderung des Depotinhabers, für das Erteilen einer Verfügungsberechtigung oder für einen Depot-Übertrag. Beim Vergleich zwischen den Anbietern sollte daher neben den Depotgebühren auf einige weitere Aspekte geachtet werden. Sehr wichtig ist es, dass man beim Vergleich der Anbieter auf die Ordergebühren achtet. Denn diese sind von den Gesamtkosten her aufs Jahr betrachtet meistens deutlich höher als eine etwaige Depotgebühr, die im Bereich kostenloses Depot ohnehin nicht berechnet wird. Hier kann es durchaus Unterschiede von mehr als 100 Prozent geben. Während manche Discount-Broker nur noch eine Ordergebühr von sechs Euro verlangen, muss man bei anderen Anbietern teilweise bis zu 15 Euro für die „gleiche“ Order zahlen. Aufgrund dieser Diskrepanz kann sogar ein nicht kostenloses Depot preiswerter als ein kostenloses Depot sein, falls die Ordergebühren günstig sind.